Ein kleiner Einblick 📖
Alles begann 2013 im Humpty Records in Saarbrücken, wo ich intensiv in die Welt der elektronischen Musik eintauchte und im Plattenladen lernte, mit Vinyl aufzulegen. Parallel hospitierte ich zu der Zeit beim Ballett des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken.
Von diesem Moment an wuchs meine Leidenschaft für House-Musik – fasziniert von der unendlichen Vielfalt des Genres, seinen Wurzeln im Paradise Garage und davon, wie sich dieser Sound weltweit unterschiedlich entwickelte, von der britischen DIY-Soundsystem-Kultur und dem UK Garage über Italo/Piano House, Sound of Frankfurt bis hin zum French House und weit darüber hinaus. Was mich wirklich beeindruckte, war der Sound der 90er – warme Kicks, knackige Snares, minimalistische Struktur, Samples und Individualität.
Doch die Musik fand mich schon früher. Als Kind schlief ich immer mit meinen CDs unter dem Kopfkissen. Mein Musikgeschmack entwickelte sich früh – klassische Musik war durch das Ballett, was ich mit sieben Jahren begann, stark präsent, während ich mich gleichzeitig, etwa im Alter von zwölf Jahren, für Genres wie Gabber zu interessieren begann. Ich bin einfach immer dem gefolgt, was gerade meine Neugier geweckt hat. Musik und Tanz – zwei Elemente, die seitdem untrennbar miteinander verbunden sind.
Dieses Interesse an verschiedenen Genres war wahrscheinlich schon immer da und wuchs stetig weiter – geprägt wohl durch meine Kindheit, in der manchmal R.E.M. oder Grace Jones im Hintergrund liefen, meines kulturellen Umfeldes und später durch mein Tanzstudium in Frankfurt zwischen 2010 und 2014. Tanz – meine Studienzeit – hat mich definitiv geprägt, wie ich Rhythmus und Tonalität wahrnehme: Musik als Bewegung zu hören und umgekehrt. Ein Bewegungsmuster als musikalische Komposition zu sehen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich Platten nicht nur sammle, weil ich DJ bin – das wäre viel zu einschränkend. Ich liebe den Klang an sich: die Wärme, die Tiefe, das leise Knistern, sobald die Nadel auf die Platte trifft.
Fun fact: Meine allererste Schallplatte war „Gegengewicht“ von dude&phaeb, einem Rap-Duo aus Leipzig. Gleich danach kaufte ich meine ersten beiden House-Platten von Craig Alexander und Le Loup/Seuil. Und dann gibt es noch die, an die ich mich ganz genau erinnere: mein erstes Miles-Davis-Album, mein erstes Bill-Evans-Album und mein erstes Terry-Riley-Album.
House-Musik war einer der Ausgangspunkte – aber daraus entwickelte sich eine Brücke zu so viel mehr. Acid Jazz, Downtempo, experimentelle und zeitgenössische Musik fanden im Laufe der Zeit alle ihren Weg in meine Sammlung. Das Stöbern wurde zu einer Leidenschaft – Plattenläden, Discogs, Stunden und Tage, ein Label zu Label. Es hört nie wirklich auf, und ich möchte auch gar nicht, dass es aufhört. Weiter suchen, das ist wichtig. Es hat mich immer weiter vorangetrieben, zu neuen Klangspuren.
Zwischen 2018 und 2020 – zurück in Frankfurt, derselben Stadt, in der ich Jahre zuvor an der HfMDK klassischen und zeitgenössischen Tanz studiert hatte – war ich Teil und Mitgründer eines DJ-Kollektivs. Es gab unvergessliche Gigs und Sessions – Erinnerungen, die mir noch lange erhalten bleiben werden. Die Zeit verging und es wurde ruhiger, aber das hat mich nie davon abgehalten, weiterhin Musik zu sammeln und aufzulegen. Auch heute stehe ich noch hin und wieder hinter den Plattentellern – und ich bin wirklich dankbar für all die mir nahestehenden Menschen und Freunde, die mich auf diesem Weg unterstützt und ermutigt haben, sowie für jeden Ort, an dem ich die Gelegenheit hatte, aufzulegen.
Silbergold, Farbfernseher Berlin, Lyftoh Bar Mannheim, Liebighaus – Secret Garden, Städel Museum, radio x, KAKE, GOSU TV, Kunstverein Familie Montez, Tanzfestival Rhein-Main, Kurt & Komisch Würzburg, MS Zufriedenheit, Club der Visionäre, Minimal Bar, OFOF Cafebar, ESHK, Off Yard, Bar ohne Namen, Black Gold Amsterdam, Bar Neulich, Technoir, Stereobar (erster Gig).